Bodo Schäfer: Finanzcoach und Bestsellerautor

FOCUS: Endlich mehr verdienen


Finanz-Coach Bodo Schäfer bereut manche seiner Aktientipps - aber verspricht den Lesern seines neuen Buches 20 Prozent mehr Einkommen

FOCUS: Sie haben vor einigen Jähren über sich verbreitet, Sie trügen ständig viel Geld in der Brieftasche mit sich herum. Stimmt das immer noch?
Schäfer: Ich habe einfach ein gutes Gefühl dabei. Es sind immer zwischen 5000 und 10000 Euro. So wahnsinnig viel ist das nicht.

FOCUS: Hat denn Ihr Vermögen - das ja beträchtliche Ausmaße haben soll - unter der Baisse gelitten?
Schäfer: Wer hat darunter nicht gelitten? Anfängerfehler habe ich zwar nicht gemacht, aber Fortgeschrittenenfehler.

FOCUS: Die wären?
Schäfer: Etwa zu meinen, das Tal sei erreicht, und dann nachzukaufen. Auf lange Sicht ist es schon besser, eher zu früh zu kaufen oder zu verkaufen als zu spät. Meine momentane Bilanz ist nicht so positiv. Aber mein Schnitt der letzten Jahre ist nach wie vor sehr erfreulich.

FOCUS: Bodo Schäfer ist also kein perfekter Geldexperte?

Schäfer: Beim Anlegen kann niemand perfekt sein. Wir können nicht in die Zukunft schauen.

FOCUS: Ihr neues Buch "Endlich mehr verdienen" erscheint zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Der Wirtschaftsoptimismus der späten 90er-Jahre ist völlig verflogen.
Schäfer: Ja, die Euphorie ist weg. Aber deshalb sind auch fundierte Ratschläge gefragt.

FOCUS: Sie haben selbst diese Euphorie genährt. Sie behaupteten zum Beispiel, der Dow-Jones-lndex werde bis 2009 auf 35 000 bis 40000 Punkte steigen. Danach sieht es ja im Moment nicht gerade aus.
Schäfer: Nein, ganz und gar nicht. Auch ein Analyst kann eigentlich die Zukunft niemals kennen, ich habe dennoch diese Vorhersage gewagt. Vielleicht wird man mich dafür abstrafen, aber man sollte bitte noch die Jahre bis dahin abwarten. Gegenbewegungen können sehr stark sein.
Meine Kernthese ist aber weiterhin, dass mit Aktien im Durchschnitt zwölf Prozent Rendite im Jahr zu erwirtschaften sind.