„Wenn Du die Absicht hast, Dich zu erneuern, tu es jeden Tag.“
(Konfuzius)

Solange wir leben, sollten wir uns Ziele setzen. Denn mit Zielen geben wir unserem Leben eine Richtung. Ziele erinnern uns an unsere wichtigsten Wünsche, Werte und Bedürfnisse. Ziele treiben uns an, sie halten uns in Bewegung, sie sind die Motivation für unser Tun. Kurzum: Wir können kaum auf sie verzichten. Haben wir eines erreicht, sollten wir feiern, uns freuen und eine Weile zurücklehnen. Doch nach kurzer Zeit heißt es dann auch schon wieder: neue Ziele setzen.

Ergo: Wer erfüllt und glücklich leben will, sollte wissen, wie er seine Ziele erreicht. Lassen Sie uns deswegen etwas tiefer in das Thema Zielsetzung eintauchen. Eines vorweg: Für alles zahlen wir einen Preis. Auch für jedes Ziel, das wir erreichen wollen. Denn mit jedem Ziel treffen wir eine bewusste Entscheidung. Das heißt auch: Einer Sache wenden wir uns zu, von einer anderen scheiden wir. Um uns der Konsequenzen einer Entscheidung klar zu werden, stellen Sie sich folgende Fragen:

1. Was gewinne ich, wenn ich mein Ziel erreiche?

Hier sollte es nicht nur um materielle Dinge gehen, sondern vor allem um eine Befriedigung unserer tiefen Bedürfnisse.

2. Was gebe ich auf, wenn ich mein Ziel erreiche?

Machen Sie sich bewusst, welchen Preis Sie für ein Ziel zahlen müssen. Viele Menschen wollen alles – und bekommen so nichts richtig.

3. Woran merke ich, dass ich mein Ziel erreicht habe?

Legen Sie klare Parameter fest. Mit „So viel wie möglich“ kommen Sie nie an und nehmen sich die Freude über das erreichte Ziel.

4. Welche Maßnahmen ergreife ich, wenn ich meinen Vorsatz breche?

Beschließen Sie eine Maßnahme oder Strafe. Sie darf ruhig wehtun – so zeigen Sie Ihrem Unterbewusstsein, dass Sie es ernst meinen.

5. Wie werde ich mich belohnen?

Motivieren Sie sich aber auch über das Prinzip der Freude. Wie werden Sie sich selbst etwas Gutes tun, wenn Sie Ihr Ziel erreicht haben?

 

Wenn Sie sich diese Fragen gestellt haben, folgt der zweite Schritt. Für das konkrete Ausgestalten Ihres Zieles können folgende Punkte eine große Hilfe sein: 

1. Ziele sollten konkret und präzise sein.

Sie wissen ja: Das Universum ist wie ein Versandhaus. Es schickt uns nur das, was wir konkret Wer keine klaren Ziele formuliert, der wird auf dem Wühltisch des Lebens das nehmen müssen, was er ergattern kann. 

2. Ziele sollten begeisternd formuliert sein.

Mit Freude und dem tiefen Bedürfnis, dieses Ziel zu erreichen. Auf diese Weise bekommen Ziele einen magnetischen Charakter. Wenn wir uns damit schwertun, sollten wir uns fragen: Will ich das wirklich? 

3. Ziele sollten positiv formuliert sein.

Unser Unterbewusstsein hat keinen Sinn für das Wort „nicht“. Darum dürfen wir auch nicht sagen: „Ich möchte nicht mehr rauchen.“ Dann denken wir erst recht daran. Formulieren Sie deswegen Ihr Ziel positiv mit „Ich möchte“. 

4. Ziele müssen schriftlich fixiert sein.

Unser Gedächtnis ist trügerisch: Ziele, die wir nicht aufgeschrieben haben, modifizieren wir je nach Gegebenheit und nicht bewusst in unserem Geist. Was dadurch passiert: Wir passen uns der Situation an. 

5. Ziele sollten in unserer Macht stehen.

Natürlich ist es gut, sich sehr große Ziele zu setzen. Wie aber wollen wir deren Erreichung überprüfen bzw. vorantreiben? Es wäre besser, den Baggersee um die Ecke sauberer zu gestalten, als die Weltmeere retten zu wollen. 

6. Ziele sollten im Präsens formuliert werden.

Das Präsens verweist auf zeitliche Nähe. So wird das Ziel gegenwärtiger, magnetischer und zu einem absoluten „Ich muss“. Wir können uns dann unser Leben gar nicht mehr vorstellen, ohne dieses Ziel tatsächlich zu erreichen. 

7. Unsere einzelnen Ziele sollten sich gegenseitig klug unterstützen.

Ein Jahr allein um die Welt fahren und gleichzeitig im nächsten Jahr eine glückliche Familie gründen – das ist nicht möglich. In diesem Fall sollten wir eines unserer beiden Ziele zurückstellen. 

8. Unsere Ziele sollten glaubhaft und erreichbar sein.

Hier empfehle ich die 50:50-Formel. Zu 50 Prozent müssen wir glauben können, dass wir es schaffen. Zu 50 Prozent sollte es ein echtes Risiko sein. So legen wir los und wagen den Sprung zur nächsten Entwicklungsstufe. 

9. Ihre Ziele sollten Ihrem Lebenssinn und Ihren Werten entsprechen.

Ansonsten fehlt uns der Antrieb; wir bringen nicht die innere Kraft auf oder empfinden bei Erreichen des Zieles ein schlechtes Gewissen. Ein glückliches Leben bedeutet nach seinen Werten zu handeln. 

10. Unsere Ziele sollten sinnvoll sein.

Das gilt besonders für die größeren Ziele: Sie sollten uns einen Sinn geben. Wissenschaftler haben festgestellt, dass Menschen weit mehr durch die Sinnerfüllung zu motivieren sind als durch Geld. Wir wollen im Leben einfach Gutes tun. 

11. Unsere Ziele sollten wir periodisch visualisieren.

Am besten täglich. Dazu gibt es zwei Möglichkeiten: zum einen eine feste Routine, beispielsweise wenn Sie morgens ein Glas Wasser trinken. Zum anderen können Sie Wartezeiten nutzen, um sich Ziele auszumalen. 

12. Ihre Ziele müssen Sie von Zeit zu Zeit überprüfen.

Das sollte periodisch geschehen, also mindestens einmal im Jahr. Am besten aber sollten wir uns wöchentlich daran erinnern. Der von mir entworfene Chancenplaner ist dabei eine große Hilfe. 

13. Legen Sie fest, welche Maßnahmen Sie bei Nichterreichen Ihrer Ziele ergreifen.

Zum einen in einer Art Strafe (wie oben beschrieben). Zum anderen sollten Sie überlegen, was Sie dann tun, um Ihre Ziele wirkungsvoller zu erreichen. Wer oder was könnte Ihnen helfen? 

14. Planen Sie auch eine Belohnung für das Erreichen Ihrer Ziele ein.

Auch die Belohnung haben wir bereits oben besprochen. Lassen Sie diese auf keinen Fall ausfallen.
 

Vielleicht geht es Ihnen wie den meisten Menschen: Sie haben sich schon das eine oder andere Ziel gesetzt und nicht erreicht. Die meisten Menschen halten sich daher für nicht diszipliniert genug. Was für eine verheerende Botschaft an Ihr Unterbewusstsein! Die Wahrheit ist meines Erachtens eine andere: Menschen erreichen ihre Ziele nicht, weil sie nicht konkret formuliert sind. Oder sie sind nicht wirklich begeistert von ihren Zielen. Disziplin ist nur nötig, um neue Leidenschaften und Gewohnheiten zu etablieren. Wenn das einmal geschehen ist, übernimmt die Begeisterung. Von diesem Punkt an läuft bis auf wenige Ausnahmen alles von alleine.

„Jeder Fortschritt findet außerhalb der Komfortzone statt“.
(Michael John Bobak)

 

 

 

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