„Alles ist in Bewegung und nichts bleibt stehen.“
(Heraklit)

 

Haben Sie schon einmal versucht, einen Zug aufzuhalten, der mit 200 Stundenkilometern über die Gleise rast? Selbst, wenn Sie eine dicke Mauer auf die Gleise bauen würden – der Zug würde mühelos durch sie hindurchbrausen. Der Grund: Der Zug hat MOMENTUM. Er ist in Bewegung. Er hat treibende Kraft. Er hat Fahrt aufgenommen. Eine Lok hat tausende Pferdestärken. Sie ist stark genug, einen ganzen Zug zu bewegen. Wenn eine Lok jedoch stillsteht, kann schon ein kleiner Widerstand verhindern, dass sie Fahrt aufnimmt. Wenn Sie vor eines der Räder einen Keil schieben, kann die Lok nicht losfahren. Alle Anstrengung ist umsonst.

Wenn Sie gerade vor einer neuen Aufgabe stehen oder mit einer alten Routine brechen wollen, ist dieses Bild sehr wichtig für Sie. Der Beginn eines neuen Projekts fühlt sich manchmal an, wie das Erklimmen eines viel zu hohen Gipfels. Das ist normal. Denn eine neue Tätigkeit ist oft schon alleine dadurch schwierig, dass sie unbekannt ist. Aber das muss nicht so bleiben. Denn genau wie eine Lok Momentum entwickeln kann, können Sie das auch.

Folgende #5 Schritte werden Ihnen dabei helfen:

 

Schritt 1: Hören Sie auf zu versuchen

Streichen Sie ab heute das Wort „versuchen“ aus Ihrem Vokabular. Haben Sie schon einmal bei bester Gesundheit versucht aufzustehen? Ich wette nicht. Entweder Sie stehen oder Sie sitzen. Entweder Sie machen etwas oder Sie lassen es. Jemand, der etwas versucht, handelt nicht. Er zögert innerlich und wartet darauf, dass sich ein Hindernis in seinen Weg stellt. Er geht vom Scheitern aus. Jemand, der handelt, geht von dem Erfolg seiner Handlung aus.

Schritt 2: Legen Sie los

Lassen Sie das Zögern und warten Sie nicht auf den perfekten Moment. Auch wenn Sie noch keine ausgereifte Strategie in der Tasche haben, legen Sie los. Strategien entwickeln sich oft im Tun und durch Momentum. Experimentieren Sie mit bewährten Taktiken. Finden Sie heraus, was für Sie am besten passt. Und wenn Sie eine erprobte Strategie haben, bleiben Sie dran. Man muss das Rad nicht immer neu erfinden. Auch das kann sich in der Bewegung entwickeln.

Schritt 3: Geben Sie Vollgas

Es ist gut, am Anfang einer Tätigkeit so viel Kraft wie möglich einzusetzen. Denken Sie an einen Wagen, der stehen geblieben ist. Wenn Sie nur ein wenig Kraft einsetzen, bewegt er sich nicht oder nur kaum. Setzen Sie viel Kraft ein, bringen Sie ihn ins Rollen. Sie werden dann feststellen, dass es viel weniger anstrengend ist, einen rollenden Wagen in Bewegung zu halten. Das ist MOMENTUM.

Und so wird es auch Ihnen bei Ihrem neuen Projekt gehen. Geben Sie Vollgas, aber schrauben Sie Ihre Erwartungen nicht zu hoch. Ergebnisse sind in der ersten Phase eines Projektes zweitrangig. Oft sind sie zu Beginn einer Tätigkeit eher glücklichen Umständen geschuldet als wirklichen Leistungen. Wer sich zu sehr auf schnelle Ergebnisse konzentriert, bleibt oft unter seinen Möglichkeiten und lernt die Kraft des Momentums nicht kennen. Ergebnisorientierte Menschen müssen sich immer wieder neu motivieren. Sie haben nicht erfahren, dass etwas von alleine geschieht.

Schritt 4: Arbeiten Sie für sich

Momentum ist wichtig und gut. Aber auch nur dann, wenn man es richtig und für sich einsetzt. Wenn es gegen uns arbeitet, kann es ärgerliche und auch katastrophale Folgen haben. Wenn Sie mit Vollgas der falschen Beschäftigung nachgehen, werden Sie mürbe. Wenn Sie unermüdlich und ohne Pausen arbeiten, werden Sie krank. Momentum lässt sich in Vielem aufbauen. Es gibt Menschen, die sich mit gefühlt tausend Pferdestärken dem Nörgeln und Jammern hingeben. Wir sollten uns bewusst machen, in welchen Gewohnheiten wir Momentum aufbauen wollen. Und wir sollten uns kritisch mit unseren schlechten Gewohnheiten auseinandersetzen.

Schritt 5: Gewinnen Sie Disziplin

Für unser Momentum bauchen wir einen wichtigen mentalen Muskel: Disziplin. Sie hilft uns, die Grundlagen zu beherrschen, mit denen wir erfolgreich werden. Das Prinzip ist bei jeder neuen Herausforderung das gleiche: Je mehr wir üben, desto besser werden wir. Je besser wir werden, desto aufregender werden die Resultate. Je besser unsere Resultate sind, desto motivierter werden wir. Je motivierter wird werden, desto mehr Momentum entwickeln wir. Das Positive ist: Jede einzelnen Übung bringt uns einen Schritt weiter. Und nicht nur das: Je länger wir eine neue Gewohnheit durchhalten, desto einfacher wird sie uns fallen. Ab etwa drei bis sechs Wochen spüren wir Momentum.

 

Wenn wir Momentum aufgebaut haben und es richtig einsetzen, werden wir etwas Wundervolles erleben: Wir geraten in volle Fahrt. Probleme und unbekannte Situationen können uns nur noch wenig anhaben. Wir wissen, dass Probleme ein Teil unseres Weges sind, betrachten sie aber als zu bewältigende Hindernisse.

 

„Bewegung ist alles, die Richtung entscheidet.“
(Manfred Hinrich)

 

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